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Stabwechsel bei der Liga der Freien Wohlfahrtsverbände

29.02.2008

Reutlingen  Die Themen Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement standen auf der Agenda der vergangenen beiden Jahre weit oben, machte Müller bei der Vorsitzübergabe deutlich. Bester Beleg: die Gründung eines eigenen Fachausschusses und eine Selbstverpflichtung der fünf Liga-Mitglieder Arbeiterwohlfahrt, Caritas, DRK, Diakonieverband und Paritätischer Wohlfahrtsverband. Darin verpflichten sich die Liga-Mitglieder zur Zusammenarbeit. „Weg von „meinen“ Ehrenamtlichen“, fasst Wilfried Müller den Ansatz zusammen. Eine Datenbank, auf die alle Unterzeichner zurückgreifen können, schafft Transparenz, zeigt die jeweiligen Arbeitsfelder auf, in denen bürgerschaftliches Engagement möglich ist.  Interessierte können sich so optimal – und von der Liga-Organisation bei der sie anfragen sofort vereinnahmt zu werden - über die verschiedenen Möglichkeiten informieren. Außerdem können Ehrenamtliche nun offiziell und ohne schlechtes Gewissen von einem Arbeitsfeld und Träger zu einem anderen Liga-Mitglied wechseln - ohne dabei für Verwirrungen zu sorgen. In dieser „Erlaubnis zum Hüpfen“ sieht Müller einen erheblichen Fortschritt. Weiter bestehen Überlegungen, bei Schulungen und Fortbildungen für Ehrenamtliche vermehrt zu kooperieren. Als Option steht eine Zusammenarbeit mit der Stadt Reutlingen im Raum, alternativ ein eigenes Konzept der fünf Institutionen. Außerdem sollen einheitliche Qualitäts-Standards formuliert werden. Andere inhaltliche Schwerpunkte waren Themen wie Jugendhilfe, Armut, Migranten, bezahlbarer Wohnraum oder rasche Hilfe bei Überschuldung.

 Das Gespräch mit Verwaltung und Politik auf Kreis- aber auch Stadtebene in Reutlingen „ist uns sehr wichtig“, betonte der stellvertretende DRK-Kreisgeschäftsführer ausdrücklich. Hier, so Müller, sei ein „gesundes Vertrauen“ auf beiden Seiten gewachsen. Auch Nachfolger Klinger möchte diesen Austausch weiterhin pflegen.

„Armut wird weiterhin ein Thema sein“, erklärte Günter Klinger, verwies auf steigenden Kundenzahlen in den vier Tafelläden des Diakonieverbandes aber auch bei der Reutlinger Vesperkirche. Der neue Liga-Vorsitzende nannte als weitere Beispiele „Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt keine Chance haben, weil sie nicht weiter qualifizierbar sind“ und arbeitslose Jugendliche und junge Menschen ohne Ausbildungsplatz. Eine Jugendkonferenz, die das Jobcenter nun einrichtet, sei hier ein erster Schritt, meinte Klinger – und mahnte angesichts unterschiedlicher Zahlen von Stadt, Landkreis und Jobcenter einen neuen Sozialbericht an „um hier endlich einen realistischen Überblick zu bekommen“.

„Migranten und Flüchtlinge müssen ein Thema bleiben“, sagte der Liga-Vorsitzende, „auch wenn weniger kommen.“ Es gelte, die Menschen nicht alleine zu lassen. „Ich habe das Gefühl“, ergänzte Vorgänger Wilfried Müller, „dass die Angebote hier immer weniger werden.“ So wird das DRK laut Müller in letzter Zeit beispielsweise zunehmend von gebürtigen Italienern konfrontiert, die verzweifelt um Hilfe nachsuchen.
(Foto und Text: Werner Kemmler)